Faszination Stein

Faszination Stein

 

Sieht man in den Bergen riesige Felsmassive, ist man überwältigt. Viele Menschen möchten heutzutage diesen Eindruck in ihrem Garten dokumentieren, indem sie sich einen – kleinen - Felsblock oder einen Findling zulegen, andere nutzen Natursteine in Küche und Badezimmer oder für Wege und Mauern im Garten.

 

Die Faszination des Steins ist nicht verwunderlich, ist der feste Stein doch die Voraussetzung, der Urgrund unseres Lebens. Wir leben auf dem am weitesten von der Sonne entfernten von den vier gesteinsförmigen Planeten, auf der Erde. Die weiteren vier Planeten unseres Sonnensystems sind gasförmig.

Ohne erstarrte, feste Erdkruste wäre Leben – zumindest für uns Menschen – nicht möglich. Wir hätten keinen ‚festen Boden unter den Füßen’, wären immer ‚am Schwimmen’.

 

Steine, so kann man sagen, bilden den Untergrund unseres menschlichen Lebens. Sie können uns viel ‚erzählen’. Wir gehen auf sie ein und heben sie auf, nehmen sie mit, lassen sie uns in den Garten bzw. ins Haus bringen, sehen sie immer wieder an, erfreuen uns an ihnen. Für viele Menschen ist ein festes steinernes Haus eine sichere Hülle, die sie – besser als die eigene Hülle – die Haut vor den Einflüssen der Umgebung schützt. Ist eine solche nicht vorhanden, oder wird sie zerstört, gleicht das einer Katastrophe.

 

Stellen Sie sich vor, Sie gehen spazieren. Plötzlich bücken Sie sich und heben einen nur so herumliegenden Stein auf. Der ‚tote’ Stein ist offensichtlich in der Lage, Sie irgendwie anzusprechen. Der ‚Dialog’ zwischen dem Stein und Ihnen veranlasst Sie, ihn mitzunehmen und gut sichtbar im Haus aufzustellen.

Offensichtlich sind Menschen von Steinen fasziniert.

Viele haben ähnliche Erfahrungen gemacht: offensichtlich kann ‚im Vorübergehen’ ein spontaner ‚Dialog’ zwischen Steinen und Menschen entstehen

 

Ganz ähnlich geht es dem Steinbildhauer Wolfgang Daum bei der künstlerischen Gestaltung seiner Steinskulpturen: er hat nicht einen fertigen Plan von einer Skulptur, sondern er sucht sich einen Stein, der ihm gefällt, der ihn anspricht. Er holt ihn an seinen Arbeitsplatz und tritt in einen Dialog mit dem Stein, mit der Absicht, zu erkunden, was „in ihm steckt“. Hinzukommen kann eine Idee, was er einmal ausprobieren möchte, ein ästhetisch, gestalterisch oder technisch motivierter Plan.